CZ    DE Wanderplan 2005 Fotoalbum 25. Triebeltalwanderung 2005 12-km-Strecke 22-km-Strecke 32-km-Strecke Freunde und Unterstützer Gästebuch anschauen Kontakt / Impressum Wo liegt eigentlich Triebel?

12 km Strecke

Startpunkt aller Wanderstrecken ist der Platz vor dem ehemaligen Sächsisch-Bayrischen Hof in Triebel. Unsere Wanderung beginnt hinter dem Kultursaal und führt hinauf zum Querweg. Vorbei am Sportplatz geht es hinab ins Unterdorf, dessen Mehrzahl von Bauernhäusern vor 60 Jahren zu Kriegsende beim Einmarsch amerikanischer Truppen sinnloserweise zerstört bzw. in Brand geschossen wurde. Es geht weiter auf dem Fuchspöhler Weg nordwärts vorbei an alten noch erhaltenen Felskellern hinüber zur alten Bergbausiedlung Fuchspöhl, in der Landkarte als etwas irreführend mit Obertriebelbach bezeichnet. Rechts oben grüßt der Wacholderpöhl. Hinter den etwas verträumt liegenden Häuschen tauchen wir in den Wald ein.

Wenn sich der Blick wieder öffnet, sehen wir die Häuschen von Untertriebelbach, besser bekannt unter den Einheimischen unter dem Begriff Fuchsmühl. Durch diesen abgeschiedenen Ortsteil von Bösenbrunn führten schon viele Triebeltalwanderungen. Vor 5 Jahren befand sich hier ein Kontrollpunkt, als extra das Sägegatter ratterte. Jetzt ist für immer Ruhe eingekehrt. Wir werfen einen kurzen Blick auf das Gebäude der alten Mühle, das liebevoll wieder hergerichtet ist. Wir wandern weiter die Straße hinüber nach Bösenbrunn. Rechts drüben hinter dem Triebelbach liegt der Bösenbrunner Steinbruch an der Hohen Hut, so heißt der Berg, von dem bald nichts mehr übrig bleibt. An den Anblick der Gesteinshalden wollen sich unsere Augen nicht gewöhnen. Hoffentlich werden nicht noch weitere Wunden in unsere schöne vogtländische Landschaft gerissen - so denken nicht nur viele Wanderer und Naturfreunde.

Unsere Wanderstrecke führt hinein nach Bösenbrunn. Dort erkennen wir das alte Herrenhaus. Leider gibt es zur Zeit keine Einkehrmöglichkeit und der Dachstuhl soll nach Angaben von Statikern auch bald einfallen.

Der Weg führt uns hinüber zur rechten Hangseite des Triebelbaches, den wir über eine kleine Brücke überqueren. Da wir uns auf dem Oelsnitzer Bergbaulehrpfad befinden, sollten wir uns die Zeit nehmen, einen Blick auf die hin und wieder auftauchenden Zeugen alter Bergbautätigkeit zu werfen. Die alten Diabasbrocken der Gesteinshalden hier am Glockenhübel werden aber immer mehr von der Natur vereinnahmt.

Links wandern die 22 und 32 km Wanderer weiter, unsere Strecke führt über freie Flur rechts hoch nach Schönbrunn. Links erkennen wir die so typischen bewaldeten Diabaskuppen. Schließlich erreichen unsere Wanderbeine die Siedlung von Schönbrunn. Auch dieser Ort wurde in der Vergangenheit vom Bergbau geprägt. Am 31. Januar 1991 wurde die unterirdische Flußspatförderung eingestellt. Die verfallenen Betriebsanlagen sind noch zu erkennen und nur Eingeweihte erinnern sich gern daran, dass damals kurze Zeit die Möglichkeit bestand, in 453 Meter Tiefe ein Bad in den anfallenden Thermal- und Mineralwässern nehmen konnte. Wir überqueren in Schönbrunn die Dorfstraße und wandern bergan zum Steinpöhl. Und endlich erreichen wir hier den ersten und einzigen Kontrollpunkt.

Bei Musik und Speckfettbrot genießen wir den herrlichen Ausblick auf Schönbrunn und die rechts unten im Elstertal liegende Pirker Talsperre. In den euphorischen Nachwendezeiten träumten einige Oelsnitzer davon, hier einen Freizeit- und Erlebnispark zu schaffen. Wir als Wanderer können "nur" noch das Erlebnis "Natur" genießen, aber das ist ja auch etwas. Nun nehmen wir den letzten Teil der Wanderung in Angriff.

Es geht hinüber zum Huthaus, auch Steigerhaus genannt. Auf einer Hinweistafel kann man wieder Interessantes über den früheren Bergbau in dieser Region erfahren und in mit Wasser gefüllten Pingen erkennen wir so genannte Mundlöcher. Von hier oben hat man bei schönem Wetter einen herrlichen Blick auf die unten im Elstertal liegende Teppichstadt Oelsnitz mit der doppeltürmigen Jacobikirche. Vom vor uns liegenden Tal, dem Höllbrücker Tälchen unten kommen uns die schon etwas müderen 22 und 32 km Wanderer entgegen. Gemeinsam gehen wir die letzten 2 km an. Vorbei an ein paar einzeln stehenden Häusern führt uns der Weg hinüber zur alten Triebler Straße. Links oben erblicken wir die Häuser vom Hohen Kreuz und als erfahrene Triebeltalwanderer wissen wir auch ohne Markierung, wie es zum Ziel geht.

Vorbei am schwarzen Teich, einem einsamen stillen Weiher, wo 1864 eine schreckliche Mordtat an einer Gutsbesitzerfrau aus Untertriebel geschah, wandern wir schnell in Richtung Triebel. Unsere Strecke macht noch einen kleinen, aber lohnenswerten Abstecher. Nach wenigen Metern erreichen unsere inzwischen müde gewordenen Wanderbeine den Wacholderhübel, ein Fleckchen Heimat, das schon Paul Apitzsch ausführlich beschrieben hat. Vorbei an dem großen Gebäude, das eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich hat und vielen älteren Wanderern unter dem Namen Koch`sche Villa oder Friedenswacht bekannt ist. Heute ist dies ein Domizil, wo man mit Vipassana, einer indischen Meditationsmethode, den nervlich gestressten Kopf und Körper wieder fit machen kann. Wir als Wanderer brauchen das nicht und genießen nochmals den herrlichen Blick auf Triebel. Am Horizont erkennen wir den Bobenneukirchner Pfaffenberg und den Haselrainer Platzerberg und im Tal den Kirchberghübel.

Wenn wir Glück haben, können wir die Glocke der ehemaligen Wehrkirche läuten hören und erinnern uns an die Worte einer alten vogtländischen Runda: "In Triebel steht de Kerch af en Hiebel, is Wirtshaus im Grund, wer neiget, is e dummer Hund".Wir gehen frohen Mutes die letzten Meter ins "Dorfwirtshaus", wo uns eine reichliche Bewirtung und gute Stimmung erwartet. Natürlich werden die Streckenlängen diskutiert, aber trotzdem nehmen wir uns vor, im nächsten Jahr in alter Frische an der 26. Triebeltalwanderung teilzunehmen, wenn es wieder heißt: "Rindimmedim im Triebel rim".